Taine, Hippolyte: Essays zur Literatur und Geschichte


Taine, Hippolyte: Essays zur Literatur und Geschichte

Artikel-Nr.: 23
19,80
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Die Schwierigkeit gegenüber Hippolyte Taine beginnt bezeichnenderweise damit, daß es sich kaum in eine Formel bringen läßt, was er war. Er begann als Literarhistoriker über Lafontaine und Livius und als Geschichtsschreiber der englischen Literatur. Er hat mit der spiritualistischen Kathederphilosophie seiner Zeit ein Duell ausgefochten in einem kleinen Buche, in dem jeder Satz ein wuchtiger Hieb ist oder ein tödlicher Stich. Er schrieb glänzende Reiseschilderungen, geistsprühende Pariser Feuilletons, ein grundlegendes Werk über Probleme der Erkenntnistheorie, Vorlesungen über die Kunst, die Künstler, die Heimatländer der großen Kunst. Auf Tocqueville fußend gab er eine auf mühsamen Quellenstudien beruhende Darstellung des Ancien régime, durch die er sich die Monarchisten zu Todfeinden machte. Als sein dreibändiges Werk über die Revolution erschien, scholl es wie ein Schrei der Wut aus den Reihen der Republikaner. Als endlich sein Werk über Napoleon herauskam, tobte die Entrüstung der Bonapartisten, und die Prinzessin Mathilde kündigte ihm in aller Form eine langjährige Freundschaft. Er war so anständig, daß er es mit allen Parteien verdarb. Als Denker, der nicht müde wurde, an immer neuen Gegenständen seine Anschauung zu entwickeln, bleibt Taine eine geistige Macht. Ob seine Kriterien vom Milieu, von der faculté maîtresse usw. das letzte Wort bedeuten, ist gleichgültig. Nur Unmündige brauchen einen Doktrinär, um dessen Dogmen nachzusagen, und es ist ein bescheidener Zimmersport, einen Denker zu „widerlegen“

286 Seiten, Kart. 12 x 19 cm

ISBN 978-3-936345-23-0

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