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Verlagsprogramm

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Artikel-Nr.: 52

Erst im 88. Lebensjahr hat Arndt seine Wanderungen mit dem Freiherrn vom Stein verfaßt; er tat dies in einer lebhaften und anschaulichen Sprache, die ein feines politisches und psychologisches Gespür verrät. Neben skizzenhaften Porträts bedeutender Zeitgenossen, denen er und Stein begegneten, neben völkerpsychologischen Exkursen und physiognomischen Charakteristiken kehrt er immer wieder zu Stein als der Hauptperson zurück; in ihm sieht er die politische Lage personifiziert.

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Artikel-Nr.: 25

Zweite um den Essay »Das einzig Wahre oder Hoheslied auf das zwanzigste Jahrhundert« erweiterte Auflage.

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Artikel-Nr.: 47

Ein später Schüler Schopenhauers: Ulrich Horstmann. So bezeichnete der Spiegel" Ulrich Horstmann in einem Beitrag zur Verleihung des Kleist-Preises: Mit wahrhaft deutscher Gründlichkeit räumt Professor Horstmann - ein Radikaler im öffentlichen Dienst - die humanistischen Scheinwerfer ab, die den Homo sapiens seit der Antike als Krone der Schöpfung" erstrahlen lassen.

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Artikel-Nr.: 55

Nach „Hirnschlag" (1984), „Inferodrom" (1994) und „Einfallstor" (1998) ist „Hoffnungsträger" die vierte Aphorismensammlung des Autors. „Jede Schublehre beweist, nach der Lektüre ist ein Buch dicker. Dabei wollen die Leser doch immer etwas mitgenommen haben." „Zynismus heißt die Innenarmierung, welche verhindert, daß einem das Herz bricht."

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Artikel-Nr.: 59

Nach einer Ehetragödie läßt ein Wittwer 1887 seine vier Söhne im Stich. 1995 eröffnet der Urenkel die Jagd auf den Verschollenen und scheitert.. Zehn Jahre später wird er rückfällig – als Spurenlöser und Schriftsteller. Diese Mal behält er seinen „Erzeugererzeugererzeuger“ im Visier, verfolgt ihn bis nach Südafrika und in den Burenkrieg. Während sich in der Gegenwart die Ausweglosigkeiten der Familiengeschichte zu wiederholen scheinen, wechselt der Totenbeschwörer die Seiten…

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Artikel-Nr.: 79

Eine Staatstheorie gibt es nach Müller nicht als Konstruktion von einem archimedischen Punkt außerhalb, sondern nur von der konkreten Verfaßtheit jener Totalität der menschlichen Angelegenheiten her, die den Menschen immer schon inmitten der geschichtlich legitimierten Macht- und Rechtszustände antrifft. Gegen die ungeschichtliche, nur gegenwartsverhafteten rationalistischen Vertragstheorien setzt Müllers systemtheoretischer Ansatz die stets schon gegebene »schöne Gegenseitigkeit des Lebens«.

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Artikel-Nr.: 43

Man muß ihn mögen, diesen Roderick Random. Nun gut, ein wenig schurkisch ist er schon, und auch Skrupel beschweren ihn nicht übermäßig. Aber wer will ihm das verdenken, bei all diesen Kalamitäten. Der steinherzige Großvater, die Gauner und Halunken, die ihm auf dem Weg nach London begegnen, die englische Hauptstadt selbst mit all ihren Wirrnissen und nicht zuletzt die große Schlacht von Cartagena sind nur einige der zu umschiffenden Klippen.

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Artikel-Nr.: 57

Alexis de Tocquevilles 1856 erschienene historische Untersuchung Der alte Staat und die Revolution ist die Analyse und Rekonstruktion eines Ereignisses, dessen Folgen bis in unsere Zeit ausstrahlen. Tocqueville zeichnet die Geschichte der Französischen Revolution von der Auflösung der Feudalherrschaft bis zur Deklaration der Menschenrechte von 1789, den demokratischen Umwälzungen des 19. Jahrhunderts und der autokratischen Herrschaft Napoleons III. nach.

19,80 *
Artikel-Nr.: 91

Anfang der sechziger Jahre besuchten Bernward Vesper und Henner Voss gemeinsam die Buchhändlerschule in Rodenkirchen bei Köln. Es entwickelt sich eine Freundschaft, die bis Januar 1965 anhält. Oszillierend zwischen Heiterkeit und Verstimmung memoriert Henner Voss die Zeit in Rodenkirchen, die Besuche Bernward Vespers bei seinen Eltern in Remscheid, bei Luchterhand und der szene 60 in Neuwied und das Zusammenleben in Rreuzberg, wo Vesper und Gudrun Ensslin der Verlag Studio neue literatur betreiben, und Voss seinen Freund, den mit Gradlinigkeit nur eine flüchtige Bekanntschaft verband, aus nächster Nähe kennenlernt.

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Artikel-Nr.: 50

In seinem Essay „Belphegor oder wie ich euch hasse“ pries Arno Schmidt das „pan-diabolische“ Wezel-Werk als eines der drei Bücher „ehrwürdigsten Gott-, Welt- und Menschenhasses“, die das 18. Jahrhundert hervorbrachte. Die beiden anderen: Jonathan Swifts „Gulliver“ (1726) und Voltaires „Candide“ (1759). Mit dem sarkastischen Roman Voltaires hat der „Belphegor“ in der Tat recht viel gemeinsam: Wezel verfaßte ihn nach „Candide“-Muster, um auch seinerseits zu beweisen, daß die Welt wirklich nicht die beste der möglichen ist, wie der optimistische Philosoph Leibniz behauptet hatte.

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Artikel-Nr.: 48

"Alles Handeln, auch das Handeln („Praxis“) des Arztes, bleibt eingebunden in die nie aufzuhebenden Begrenzungen der Umstände – der „Behandlungs“-Situation des Patienten und auch des Arztes, etwa der ihm gerade zur Verfügung stehenden Instrumente. Der Kampf in der medizinischen Kultur – erinnert sei an C.P. Snows „Two Cultures“ – findet inzwischen aber auch in allen geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern innerhalb der Fachkulturen statt: angefangen in der alten Leitwissenschaft Philosophie zwischen „analytischer“ Philosophie (mit ihren Urklassikern Frege und Wittgenstein bis zu Popper und Hans Albert) und der um „Rehabilitierung“ (Manfred Riedel) bemühten „praktischen Philosophie“ – in Deutschland in den Jahren nach 1945 repräsentativ vertreten durch Joachim Ritter und seine Münsteraner Schule.

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Artikel-Nr.: 21

Es charakterisiert Josef Hofmiller, wenn er in seinem 1932 geschriebenen Aufsatz „Die Bücher und wir“ sich den Ausspruch von Alfons von Kastilien zu eigen macht, der Mensch brauche drei Dinge, um glücklich zu sein: gute Freunde zur Gesellschaft, guten Wein zum Trinken und gute Bücher zum Lesen – er dann aber schließt: „die guten Freunde sterben uns einer nach dem andern, der gute Wein ist noch vergänglicher als die guten Freunde – was sich aber am besten hält, sind die Bücher. Sie sterben nicht, sie werden nicht sauer, sie sind immer bereit zu uns zu sprechen, sofern wir nur den guten Willen haben, ihnen zuzuhören.“

19,80 *
Artikel-Nr.: 23

Die Schwierigkeit gegenüber Hippolyte Taine beginnt bezeichnenderweise damit, daß es sich kaum in eine Formel bringen läßt, was er war. Er begann als Literarhistoriker über Lafontaine und Livius und als Geschichtsschreiber der englischen Literatur. Er hat mit der spiritualistischen Kathederphilosophie seiner Zeit ein Duell ausgefochten in einem kleinen Buche, in dem jeder Satz ein wuchtiger Hieb ist oder ein tödlicher Stich. Er schrieb glänzende Reiseschilderungen, geistsprühende Pariser Feuilletons, ein grundlegendes Werk über Probleme der Erkenntnistheorie, Vorlesungen über die Kunst, die Künstler, die Heimatländer der großen Kunst.

19,80 *
Artikel-Nr.: 411

Noch ehe die Französische Revolution ihre eigenen Kinder verschlang, warnte der britische Publizist und Politiker Edmund Burke vor dem kommenden Unheil. In seinen 'Reflections an the Revolution in France', die am i. November 1790 in Form eines langen Briefes an einen französischen Freund bei Dodsley in London publiziert worden sind, prophezeite er ein Terrorregime, dem eine Militärdiktatur folgen würde. Tatsächlich trat drei Jahre später Maximilien Robespierre seine Schreckensherrschaft an, und sechs Jahre danach ergriff General Napoleon Bonaparte die Macht.
 

36,00 *
Artikel-Nr.: 24

Diderots Wirkung in Deutschland ist im allgemeinen auf den Erfolg seiner Romane und Erzählungen beschränkt geblieben. Wohl hat Karl Rosenkranz – um die Mitte des 19. Jahrhunderts – mit seiner Monographie „Diderots Leben und Werke“ den Versuch unternommen, breiteren Kreisen des Bildungsbürgertums die ästhetischen und philosophischen Anschauungen des französischen Materialisten zu vermitteln. In Deutschland sind nur wenige philosophische Schriften Diderots – vollständig oder auch nur auszugsweise - erschienen, und erst recht keine Gesamtausgabe. Zum Teil erklärt sich diese sonderbare Tatsache aus der Vorherrschaft des Idealismus an den deutschen Universitäten der Vergangenheit, insbesondere aus den starken Vorbehalten der meisten Philosophieprofessoren gegen die sogenannte „platte Nüchternheit“ der französischen Aufklärung; zum andern hängt die verhältnismäßig geringe Popularität des Philosophen Diderot in Deutschland - und übrigens auch in Frankreich - wohl mit dem komplizierten oder eigentümlich unsystematischen Charakter seiner Denkweise zusammen.

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Artikel-Nr.: 961

Die Briefe an Lucilius bilden wohl den Höhepunkt von Senecas philosophischem Schaffen. Denn nicht als Briefe dürfen sie gelesen und beurteilt werden, sondern durchaus als philosophische Abhandlungen über allerlei Themen. Möglich ist ja, daß einige wirkliche Briefe an den Freund Lucilius den Grundstock bildeten. Aber aus dem Weiteren geht es deutlich hervor, daß hier ein für die Öffentlichkeit bestimmtes Werk heranwuchs, von dem sich Seneca die größte Wirkung auf die Nachwelt versprach.

38,00 *
Artikel-Nr.: 95

Seneca schrieb aus der Fülle des Lebens heraus. Er war kein blasser Theoretiker; er kannte sein Gebiet und hat seine Lehren, trotz mancher spöttischer Anzweiflung seiner Zeit, nicht nur selbst gelebt, sondern – ein bewußtes Gegenstück zu Sokrates – sogar mit dem Tode besiegelt. Dieser Märtyrernimbus verlieh seinen Werken einen besonderen Glanz; er erhöhte die Lebenswärme, die von ihnen ausstrahlte, und prägte durch das konkrete Beispiel mit überzeugender Eindringlichkeit ein, was ohne diesen heroischen Abschluß vielleicht etwas mehr „Literatur“ geblieben wäre. Nächst diesem bewiesenen Gehalt seiner Schriften ist es wohl vor allem die Universalität ihres Verfassers, die fesselt und interessiert.

49,80 *
Artikel-Nr.: 03

»Adam Müller war einer der großen Meister deutscher Beredsamkeit, ein Stilist, dem – ungeachtet mancher Einschränkungen – selbst Carl Schmitt Respekt bezeugt. Es ist der Tenor der protestantischen Predigt, die Weise eines stilisierten geistlichen Zuspruchs, die seinen Reden Glanz und Pathos verleiht.
 

16,80 *
Artikel-Nr.: 05

Die berühmten Schulden Balzacs lieferten der Öffentlichkeit viel Gesprächsstoff. Balzac selbst liebte es, alle Welt damit in Atem zu halten, nicht nur in Frankreich, sondern sogar auch im Ausland; mit jedermann redete er darüber und dies stets mit einer unverwüstlichen, ansteckenden Munterkeit. Kurz, jene Schulden drohten nachgerade fast ebenso berühmt zu werden wie Balzacs Werke.
 

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Artikel-Nr.: 19

Der Jurist und Rechtsdenker Rudolf von Jhering war nichts weniger als ein ledernes Exemplar seiner Zunft. Mit allen fünf Sinnen konnte er an der Welt sich freuen, zuweilen auch „einen gründlichen Unsinn“ vollführen und dem Freund unter vier Augen anvertrauen, daß ihm die Jurisprudenz immer langweiliger werde. Aber die heiße Vollnatur ist im Innersten doch vom großen Ernst der Fragen um Recht und Gesellschaft bewegt und will auch die Mitwelt in die Kraft und Richtung ihres Willens zwingen.

19,80 *
Artikel-Nr.: 27

Diese Monographie des Historikers Bernhard Erdmannsdörffer über Mirabeau zeigt alle großen Eigenschaften dieses hervorragenden Historikers in hellstem Lichte: souveräne Beherrschung des Stoffes, vollendete künstlerische Gestaltung und vollkommene Objektivität, eine Eigenschaft, die ihn so sehr von den 'Politischen Historikern' unterscheidet, als deren letzter Vertreter er wohl gelegentlich bezeichnet wird. Erdmannsdörffers Mirabeau darf zu den Meisterwerken der deutschen Geschichtsschreibung gerechnet werden.

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Artikel-Nr.: 39

Franz Grillparzer hat über sechzig Jahre hinweg, seit 1808, Tagebücher geschrieben. Überhaupt spielt das Autobiographische bei ihm eine sehr große Rolle. Im Nachlaß fand sich das umfangreiche Manuskript einer Selbstbiographie, die Grillparzer 1853 auf wiederholtes Drängen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften begonnen und bis ins Jahr 1836 geführt, aber offenbar niemals zu veröffentlichen beabsichtigt hatte.

36,00 *
Artikel-Nr.: 15

Schopenhauers vernichtende Kritik an den meisten Philosophen seiner Zeit ist bis heute in ihrer bissigen Schärfe, die gleichwohl die argumentative Gegensätzlichkeit zu benennen weiß, unerreicht geblieben. Liebste Gegner sind ihm der »Windbeutel« Fichte, der »Schwätzer« Schelling und als Objekt einer stets abrufbaren, nicht mehr zu überbietenden Wut der »ekelhafte Unsinnschmierer« Hegel mit seiner »Bierwirts-Physiognomie« und dem Gefolge seiner »erbärmlichen Gesellen«. Schopenhauers brillante Polemik Dieser »mit heiligem Zorn« und boshafter Maßlosigkeit geführte Rundschlag gegen die »Kathederphilosophen« ist in erster Linie ein besonderes Lesevergnügen, das die Kunst der Polemik auf hohem Niveau vorführt.

108 Seiten, 10,8 x 16,8 cm, Kart. € 9,80

ISBN 978-3-936345-15-5

9,80 *
Artikel-Nr.: 98

1875-93 publizierte Hippolyte Taine (1828-93) seine "Entstehung des modernen Frankreich", eine in Konzeption und Ausführung gewaltige Studie zu sechs Bänden, ein klassisches Werk seines Jahrhunderts. Sein Werk suchte die Gründe freizulegen. Es tut dies dreiteilig, beginnt beim Ancien Régime, entfaltet den mittleren Verlauf der Revolution, die letzten Bände widmen sich Napoleon und seinem Staatsneubau. Das weniger dem klassischen Historismus verpflichtete als strukturgeschichtlich gearbeitete Werk wirkt modern durch massive Einbeziehung sozial-, wirtschafts- und kulturgeschichtlicher Fakten. Exorbitant die Quellenbasis und meisterhaft die Darstellung.

98,00 *
Artikel-Nr.: 90

Der erste Band der Werkausgabe umfaßt die Essays und Interviews.
Wenn Essay Versuch bedeutet, gibt Ulrich Horstmann keine Ruhe, bis er bei der Versuchung angekommen ist. Er denkt unbotmäßig: den Menschen als Untier oder beschwingten Unglücksraben, Gift als Labsal, den Lebensmüden als Kämpfernatur und das Ungeschehenmachen als die größte Herausforderung unseres Tatendrangs.
Auch wo sie Rede und Antwort stehen, halten der Interviewpartner Horstmann und sein Doppelgänger Klaus Steintal dieser gewitzten Widersetzlichkeit die Treue.

48,00 *
Artikel-Nr.: 97

Ulrich Horstmann (1949-2022) nennt sich einen Gattungsstreuner. Aber wie es sich gehört, lassen sich seine Aphorismenbände (1984, 1994, 1998, 2006) an einer Hand abzählen. Und mit Schlußlichterloh sind wir beim kleinen Finger angekommen, um den er das wickelt, was sich andere mit geballten Fäusten vom Leib zu halten suchen.

 

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